tet ihr Kind nun gefeſſelt mit ſich. Aber die Feſſeln drückten die Unglückliche jetzt eben ſo wenig mehr, als das Ungemach der Reiſe.— Sulaika, in ſtumme Ver⸗ zweiflung verſenkt, war ſtumpf geworden für alle kör⸗ perlichen und geiſtigen Eindrücke.
Als die Reiſenden aus den Gebirgen herauskamen, ſahen ſie ſich die Ebene kühn und ſteil zu ihnen erheben. Die Seitenwände, nackt, ſchwarz und geglättet, gewähr⸗
ten ein überaus impoſantes Anſehen; ſanken aber all⸗ mählig nach den Ufern des Orus hinab, und verloren ſich endlich unter dem Horizonte.
Jetzt zeigten ſich auch wieder die Spuren einer Ve⸗ getation. Dürrer, verkrüppelter Ginſter zog ſich am Boden hin, einzelne Pflanzen und Kräuter wucherten aus Riſſen zwiſchen kahlen Felſen hervor, und verbreiteten einen lieblichen Duft.
Mit dieſen erſten Anzeichen des Lebens, nahte ſich aber auch die kleine Colonne dem Ziele ihrer Reiſe; denn Schah Schudſcha erwartete die Seinen in jener Kluft, welche die Eingebornen ſo bezeichnend:„Dura⸗i⸗ Zundan,“ das„Kerke rthal“ nennen.
Und wahrlich! jener finſtere Aufenthalt des flüchtigen Fürſten verdiente mit dem vollſten Rechte dieſen Namen.


