Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
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mir's doch die allzugroße Sicherheit ſeines Bruders, und die Angſt ließ ihm keine Ruhe, bis er denſelben wieder⸗ holt gewarnt, und Futteh Khan ihm verſprochen hatte, auf ſeiner Hut zu ſein.

Dieſe diplomatiſchen Verhandlungen wiſchten aber in Azim's Seele eben ſo wenig das Andenken an Su⸗ laika aus; als die Pracht und die Genüſſe des Hoflebens die Liebe ſchwächen konnte, welche die Erſcheinung an der heiligen Naphtaquelle in ihm erzeugt. Im Gegentheile, dieſes Gefühl wuchs mehr und mehr, und gerade unter ſeinen Frauen fühlte ſich jetzt Azim am verlaſſenſten. Kein Genuß vermochte ihn mehr zu befriedigen, er ſeufzte nach Liebe, und Liebe erblühte ihm doch nur in der fer⸗ nen Sulaika.

Wie tauſendmal küßte er die rabenſchwarze Locke, die ihn zum Abſchied ermahnt und doch auch ein Zeichen der liebenden Sehnſucht gegeben. Wie oft rief er den Na⸗ men Sulaika, welcher, künſtlich dem Bande eingeprägt, die Laute verrieth, die ſeine Erſehnte bezeichneten. Räth⸗ ſelhaft blieb ihm indeſſen immer die Geliebte. Sie litt und flehte um Befreiung; ſie liebte ihn und ſchwur ihm Ge⸗ genliebe, und demnoch ſchien ſie eine gewaltſame Entfüh⸗ rung zu fürchten. Und wer war ſie? vielleicht gar Bha⸗