Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
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Hohen⸗Urach, auf einer der bedeutendſten Höhen der rauhen Alp gelegen, ragte zu jener Zeit noch mit ſeinen Thürmen und Zinnen majeſtätiſch in die blauen Lüfte. Es war eine feſte, kaum zu bezwingende Vurg und ein mächt'ger Stützpunkt der edlen Grafen von Würtemberg. Die verlaufenden Zweige der Alp bil⸗ deten hier durch zwei hohe und ungemein ſteile, mit Ur⸗ waldungen bedeckte Bergzüge ein enges Thal, durch deſſen ſaftige Wieſen ſich die Erms ſchlängelte, und, an verſchiedenen Punkten ſich über die ganze Breite des Thales ausdehnend, zu fiſchreichen Seen ward. Aus dem Dunkelgrün der Wälder tauchten, wie Rieſengeſpenſte, graue Granitfelſen auf, und thürmten ſich oft zu aben⸗ teuerlichen Palläſten, deren Bogen und Spitzen bis über den Kamm der Bergrücken hinaufragten. Gerade zu Füßen Hohen⸗Urachs erhebt ſich, in einer breiteren Ausdeh⸗ nung des fruchtbaren Thales, die Stadt Urach mit den finſteren Häuſern ihrer alten, theils ſehr mächtigen Ge⸗ ſchlechter, ihren Kirchen und Klöſtern und dem Reſidenz- ſchloſſe der Grafen von Würtemberg, das, von Fiſc⸗ weihern umſpült, eing ungeregelte Steinmaſſe, keines⸗ weges die verrieth, die in ſeinem Inne⸗ ren herrſchte. Aber obgleich man von jener auf

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