— 369—
Wenige Tage darauf erwartete der Prieſter das Paar an dem Altar der Romanzoff'ſchen Hauskapelle
Ein ſchöner, heiterer Frühlingsmorgen ſtand am Himmel. Die Luft war zwar noch kalt, aber die Sonnenſtrahlen hatten ſchon an Kraft gewonnen, und thauten, im Vereine mit der inneren, künſtlichen Wärme, die dickgefrornen Scheiben der hohen Fenſter des Kirchleins auf. Das höchſt einfache Innere derſelben imponirte durch den edlen Styl ſeiner Bauart. Die ſehn⸗ ſüchtig himmelanſtrebenden Säulen und Pfeiler, — die hohe, leicht geſchwungene Wölbung,— der kunſtreiche, durch einige Stufen erhöhte, Altar,— das wunderliebliche Altarbild, die Himmelfahrt Maria vorſtellend,— die hell⸗ flammenden Kerzen, und das matte, theils durch bunte, theils durch gefrorene Scheiben, nur dämmernd einbrechende Licht— alles dieß gab den darin Athmenden jene feierliche Stimmung, welche die Seele in heiligen Schauern wirbelnd
empor trägt zu dem Throne des Allliebenden, Rau, Th. Kosciuszko. 1I. Thl.


