Teil eines Werkes 
3. Theil (1848)
Entstehung
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waren, wollten ſie nicht nach Sibirien wandern, ſich deren Aufmerkſamkeit auf das Sorgfältigſte zu entziehen. Der Pole liebt ſeinen Landsmann, ſelbſt wenn er ſein Herr, ſein ſtrenger Herr, wäre; aber er ſchwärmt für ihn in fanatiſcher Begeiſterung, wenn er ein Märtyrer für das Vaterland iſt. Dann iſt er ihm heilig, denn er vereinigt in ſich die Tugenden, welche der Pole am höchſten ſchätzt: Vaterlandsliebe und Hel⸗ denſinn.

So ging es denn auch an jenem Abende, in der Zechſtube des litthauiſchen Dorfes. Der Fremde, anfangs ein Gegenſtand des Unwillens, war nun das Ziel des allgemeinen Intereſſes geworden; und doch achtete man ſeinen Wunſch: unerkannt zu bleiben, ſo hoch, daß Niemand es wagte, ſich ihm zu nähern, oder ihn gar in ſeinem Nachdenken durch zudringliche Fragen zu ſtören. Aber die Herzen der Anweſenden ſchlu⸗ gen ſo warm für den(wie ſie jetzt überzeugt waren) armen Verbannten, daß ſie nicht umhin konnten, ihre Sympathie durch das Abſingen eines Rational⸗Liedes zu beurkunden. Ohne ſich