Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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342 wußtſein hinzugeben an den geliebten Gegenſtand und es in ihm wiederzufinden?

Glaubt mir: Siegesluſt, Herrſcherglück, Sin⸗ nenrauſch, ja Alles, was die Welt uns an Köſt⸗ lichem zu bieten vermag, iſt nichts gegen wahre Liebe. Und der höchſte Ehrenname, den wir dem Ewigen beizulegen vermögen, iſt Allliebender.

Gott aber hat dies heilige Gefühl in unſere Bruſt geſenkt, daß es ein Gängelband werde, an welchem Natur die Kinder zu dem Vater leite.

Darum Eudoria, darum mein Rudi, dürft ihr euch dieſes ſeligen Gefühles nicht ſchämen. Ihr liebt euch— wohl— ſo hat ja Gott ſchon den Bund der Herzen geflochten, ich füge, ſeinem Winke folgend, eure Hände zuſammen. Liebt euch einan⸗ der, wie Eudoria's Mutter und ich uns geliebt, aber— der Allmächtige gebe es— glücklicher.

Und mit dieſen Worten legte der Kaiſer ſeine Hände ſegnend auf die Häupter ſeiner Lieblinge, die ſich, Wonnethränen im Auge, feſt umſchlangen.

Aber auch über die braune Wange des Kaiſers rollte eine Thräne in den weißen Bart. Sie galt dem Andenken der früh verblichenen Geliebten.