Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Zu dem Freunde ſprach er ſcheidend: Siehſt du ſie, die mir einſt gut, Sag' ihr, daß wie ſehr auch leidend Noch ihr Bild im Herz mir ruht. Sag' ihr, daß ich nicht vergeſſen, Was an ihr ich einſt beſeſſen, Sag' ihr, Freund, vergiß es nicht, Daß mein Herz in Liebe bricht. Siehſt du ſie, dann ſag' ihr leiſe, Daß mein Schatten ſie umſchwebt, Daß in ihrem Zauberkreiſe Einzig meine Seele lebt. Sag' ihr, daß ich nicht vergeſſen, Was an ihr ich einſt beſeſſen; Sag' ihr, Freund, vergiß es nicht, Daß mein Herz in Liebe bricht.

Hier trat eine kleine Pauſe ein, als ob der Sänger erwarte, daß eine zweite Stimme einfalle. Eudoria bebte; ſie fühlte weder ihre Schwäche, noch die Schauer der Nachtluft, die ſie in dem leich⸗ ten Nachtgewande anwehten; ſie däuchte ſich in ihren Fieberträumen in ihrem Palaſte bei Neapel und wie ſie dort ſo manchmal David in demſelben Liede geantwortet, ſo verſuchte ſie es auch heute. Ach! ſie hörte ja nicht, wie matt und klanglos ihre Stimme war, wie ſie manchmal erſtarb und dann wieder haſtig über ganze Takte hinglitt ſie war in ſich vergnügt, dachte ſich in des Geliebten Nähe und ſang:

Alſo ſprach er ſchon erblaſſend Und ſein letztes Wort warſt du. Dir, die treulos ihn verlaſſen, Ruf' ich ſeine Worte zu: