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Genial : Roman / von Heribert Rau
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Zeit das Schloß, und erreichten noch vor dem völli⸗ gen Aufgange der Sonne den bezeichneten Platz. Der Morgen war kühl und feucht. Dichte Nebel deckten See und Thal, und ſchienen den Wanderern, als ſie ſich erhoben, wie ein milchweißes Meer, aus dem einzelne Felspyramiden, gleich rieſigen Geſpen⸗ ſtern, hervorragten.

Feuchte Wolken umlagerten die Berge und der Morgenwind ſauſte unfreundlich durch die einzeln ſte⸗ henden Bäume. Selbſt der Bach, der ſich mühſam durch das ſchwarzbraune Moos zwängte, ſchien heute unbehaglich langſam, traurig und einſam dahinzu⸗ rollen.

Ferdinand vor Allen, fühlte das drückende, ſchwermüthige dieſer Natur. Und wenn er auch weit entfernt von der leiſeſten Furcht blieb; ſo erhöhte die traurige Umgebung doch die düſtere Stimmung noch, in der er ſich ſeit geſtern befand. Es kam ihm vor, als ob alle Geiſter Oſſian's ſich rings um ihn beleb⸗ ten und die leichten Nebelgeſtalten, die hie und da aus der Tiefe ſtiegen, wurden ihm zu bleichen Schat⸗ ten, zu ernſten Boten, zu weiſſagenden Todesahnungen.

Endlich war die Stelle erreicht, welche zum Wahl⸗ platz dienen ſollte. Lady Macbeem hatte ſür

Piſtolen geſorgt, und ſchickte ſich an, dieſelben zu laden.