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Genial : Roman / von Heribert Rau
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rief Ferdinand außer ſich,—„die heute mir, mor⸗ gen dir und übermorgen wieder mir gilt?“

„Es iſt freilich nicht die Liebe nach den Geboten der Kirche“— entgegnete ſcharf die Spanierin— „will man dieſen opfern und hegt man die Treue nach den Regeln des Catechismus, muß man in den Stand der heiligen Ehe treten. Das Band der Ehe iſt unverletzlich!“ ſetzte ſie ſchneidend hinzu.

Ferdinand erblaßte.„Es iſt unedel“— ſagte er dann leiſe—„mir ein Verbrechen vorzuwerfen, das ich aus Liebe zu Ihnen beging.“

„Ich erkenne, wie Sie wiſſen, Ihre Liebe zu mir nicht für verbrecheriſch!“— ſagte die ſchöne Spa⸗ nierin milder—„daher war auch das, was ich ſagte, kein Vorwurf. Ich wollte Sie nur daran er⸗ innern, daß Ihre Liebe auch„heute mir, mor⸗ gen dir“ iſt,— und,— Ferdinand,— was die Männer dürfen, dürfen wir Weiber auch.“

Das Geſpräch wurde unterbrochen und konnte nicht wieder aufgenommen werden. Aber von jener Zeit an trat eine auffallende Kälte zwiſchen Ara⸗ bella und Ferdinand.

Letzteren quälte außerdem noch ein Gedanke, den er nicht auszuſprechen, ja kaum zu denken wagte. Es kam ihm in der letzten Zeit nämlich manchmal