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Genial : Roman / von Heribert Rau
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achtet. Sie waren edel genug dies vermeiden zu wollen, und zwangen mich daher mit Ihnen nach dem Pavillon zu gehen. Aber einem niedergedrückten Herzen ſind die Freuden des Lebens ein zerreißendes Gift. Ich ſtahl mich fort und genoß eine unendlich größere, als ich den kleinen Schatz, den ich Ihrer Güte verdankte, an dem Bette meiner leidenden Gat⸗ tin niederlegte.— Herr Wellen!“ rief hier, von den anſtürmenden Gefühlen übermannt, der junge Mann mit zitternder Stimme:

„Wenn auf Gottes Welt Gerechtigkeit wohnt, müſſen Sie einſt glücklich werden; denn das heiße Gebet einer ſchwer Leidenden und ihrer drei unſchul⸗ digen Kinder ſtieg zum Himmel, der Segen meiner guten Schweſter ruht auf Ihrem Haupte.“

Der Schauſpieler konnte nicht weiter ſprechen; aber er drückte krampfhaft die Hand ſeines Wohl⸗ thäters.

Wellen vermochte ſich ſelbſt kaum zu faſſen.

„Sie nehmen einen Dienſt zu hoch auf, den Sie mir in der umgekehrten Lage ja mit Freuden eben⸗ falls erwieſen haben würden!“ ſagte er.„Ich habe nur eine Bitte dafür an Sie: ſein Sie auch künftig mein Freund.— Jetzt aber laſſen Sie uns heimkeh⸗ ren; denn es geht ſchon auf den Morgen und die Luft wird kühl und feucht.—“