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Genial : Roman / von Heribert Rau
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gegen das einmal durch Gewohnheit zur Sitte ge⸗ wordene ſich aufzulehnen, Muth, Kraft und Kühnheit bedarf, und Ihr Männer wohlweislich von jeher da⸗ für geſorgt habt, daß wir Weiber nicht mehr lernen, als nöthig iſt, um die ſtolze Ueberlegenheit unſerer Tyrannen zu begreifen,— ſo iſt es ganz natürlich, daß ſich auch unter den Weibern jetzt nur ſehr wenige finden, die ſo ſtark ſind, das alte Vorurtheil abzu⸗ ſtreifen und kämpfend für die höchſte Idee aufzutreten.“

„Es frägt ſich vor allen Dingen“— ſagte der Recenſent weiter—„was ſie eigentlich wollen? zu welchen Rechten ſie emancipirt zu werden verlangen?“

„Zu den ſchon ausgeſprochenen!“— entgegnete die Schöne ruhig und ließ die Mantille etwas zu⸗ rückſinken, ſo daß man das geiſtreiche und liebliche Antlitz ganz ſehen konnte.—„Wir verlangen: per⸗ ſönliche Freiheit in unſerem Handeln und Wollen, und die gleichen Rechte, welche die Welt und der Staat dem Manne einräumt.“

„Alſo auch politiſche?“

„Allerdings! Ich bin ſo gut ein Kind Spaniens, als es mein Begleiter iſt. Darf ich, wenn das Va⸗ terland in Noth und Gefahr iſt, nicht eben ſo gut mein Blut für deſſen Freiheit verſpritzen, als er?“

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