Druckschrift 
Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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mit unſicherer, ſchwacher Hand geſchrieben, war aber von Sophien und lautete:

„Theurer Freund!

Thränen der Freude und des Schmerzes in den Augen, ergreife ich mit ſchwacher Hand die Feder, Dir zu melden, daß ich Mutter von zwei Knaben bin. Aber im gleichen Augenblick ſchreit auch mein Herz in Noth und Verzweif⸗ lung zu Dir auf!— Ich habe meine Schweſter ſelbſt arm und hilflos gefunden, und ſchmachte nun im größten Elend. — Zacharias! Du ſchwurſt mir auf unſerer Reiſe ſo oft Liebe, ach! wenn es Dir möglich, hilf mir!

Deine arme Sophie.“

Der Brief in welchem dieſe Zeilen eingeſchlagen, lau⸗ tete aber ganz anders. Er war von Sophiens Schweſter.

„Herr Hartmann! aus Einligendem Brief erſehen ſie den zuſtand Meiner ſchweſter, die ſie tadurch unklücklig gemagt, das ſie ſie zu⸗ rickgeſezt haben und Eine andere ihr vorgezogen haben. ich bin die ältere und muß ihre Gerechtſamme Vertre⸗ ten. ich ſchreibe ihnen alſo, daß ſie Meiner ſchweſter ſo⸗ kleich dreihuntert gulten ſchücken, ſie werden das gelt ſchücken, denn ſonſt ſchwöre Ich ihnen, wenn ſie das gelt nigt ſo⸗ gleig ſchücken, ſchreibe ich an ihren Vader und ihre vorge⸗ zogene Braud, wie ſie meine ſchweſter fervührt haben, und mit Ihr gereist ſint. Beweiße der Waarheit ſind in unſeren hänten, ſo das Ich ſie auch verklagen werte: denn ſie haben ja ſelbſt in 20*