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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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Handel: in Liſt, Oſiander und Smith's„Ueber National⸗ reichthum,“ um ſich noch die Ausbildung zu geben, die er bisher über leichtſinnige Streiche und Lumpereien vergeſſen. Man ſieht, die Krankheit und die Erfahrungen der Reiſe hatten Epoche in ſeinem Leben gemacht. Alles zeigte ſich ihm ernſter, gehaltvoller und bedeutender, und ſein Lieb⸗ lingsgedanke war nun: ſeinem Vater eine tüchtige Stütze im Geſchäft und ſeiner Clariſſe ein treuer und liebevoller Gatte zu werden.

Zugleich aber ſtand in ihm der Vorſatz feſt, ſich vor den Fehlern zu hüten, in welche ein eifriger Kaufmann ſo oft fällt, nämlich— ein merkantiliſches Thier zu werden.

Die ſchönſten Gedanken hierüber rief ihm der neue De⸗ mokritos warnend zu, wie: Es gibt merkantiliſche Seelen, in denen das Einmaleins da ſitzt, wo das Herz ſitzen ſollte —(Napoleon ſaß an der Stelle eine Kanonenkugel)— wie bei den Hebräern, die Rechnen und Denken mit einem Wort ausdrücken. Dieſe merkantiliſchen Thiere, denen Zahlen noch weit heiliger ſind, als dem Pythagoras— nennen nur denjenigen ihren Freund, mit welchem ſie Geſchäfte machen. Handel heißt Geſchäft, reich bedeutet gut, — Intereſſe gilt nur im Plurali Intereſſen, und Verdienſte nur im Singulari Verdienſt.

Wie ſchwer fällt es dem Moraliſten, den Werth aus⸗ zumitteln? Der Kaufmann beſtimmt ihn bis zu einem Pfund, und das höchſte Gut, worüber die Philoſophen noch heute ſtreiten, iſt ihm ſein Kapital.

Wo Alles nur nach dem Gewinn berechnet wird, ſelbſt der innere Werth eines Mannes nur nach ſeinem Gelde,