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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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widmeten ihre ganze Aufmerkſamkeit den trefflichen Speiſen, — und Zacharias mußte der jetzt wieder beſänftigten Dame des Hauſes, die von goldenen Ketten und anderem Ge⸗ ſchmeide faſt erdrückt wurde, und alle Farben des Regen⸗ bogens— freilich in den koſtbarſten Stoffen— an ſich trug — von den Wachsfiguren auf der letzten Frankfurter Meſſe und den neueſten Moden erzählen.

Ueberhaupt war dem jungen Hartmann dies Eſſen ein Gräuel, wie alle ſolche Einladungen, die reine Abfütterungen ſind. Aber leider iſt in unſerem egviſtiſchen Jahrhundert die edle— herzliche Gaſtfreundſchaft— die Weniges an⸗

ſpruchslos, aber gern gibt— faſt gänzlich verſchwunden.

Wem man eben nolens volens! eine„Ehre anzuthun“ ſchuldig iſt, den ladet man zu einem Braten und dem Schaugerichte von ſilbernen Meſſern, Gabeln und Geſchirren; empfängt und behandelt ihn mit einem geiſtloſen, alle fröh⸗ lichen und gemüthlichen Anregungen unterdrückenden Cere⸗ moniell, und ruft, hat der Gaſt mit vollem Magen das Zim⸗ mer verlaſſen:„Gott ſei Dank, mit dem iſt es abgemacht!“

Wie ganz anders war es da bei unſeren biederen Alt⸗ vorderen. Die große Annehmlichkeit ihrer wahren Gaſt⸗ freundſchaft beſtand darin: daß man den Gaſt bei aller ehrenden und freundlichen Aufmerkſamkeit nicht ſowohl als einen Fremden, ſondern als ein Glied der Familie betrach⸗ tete, und ihm dabei ſeine Zeit zur völlig freien Verfü⸗ gung ließ.

Doppelt gern und mit freier, heiterer Seele erſchien- Jener dann auch in den Stunden, welche, nach der Sitte des

Hauſes, der gemeinſchaftlichen Unterhaltung gewidmet waren. Aber wie geſagt, das zarte Pflänzchen:„Gaſtfreund⸗