Wilhelm zog das ſchon angelegte Gewehr zu⸗ ruͤck, aber der Jägermeiſter läͤchelte. Ei, ei!— ſagte er— ſo furchtſam? Das ſchickt ſich nicht fuͤr ein Jägermaͤdchen. Muth, Muth, Braͤutchen! oder iſt das Taͤubchen vielleicht ihr Favoritchen? Nein— erwiederte ſie— mir iſt nur ſo bang.
Nun dann— rief der Kommiſſar— Courage, Herr Foͤrſter, ſchießen Sie!„
Der Schuß fiel, und in demſelben Augenblick ſtuͤrzte Kaͤthchen mit einem lauten Schrei zu Boden.
Wunderliches Maͤdchen!— rief der Laudjä⸗ germeiſter und hob Kaͤthchen auf; aber ein Strom Blut quoll uͤber ihr Geſicht, die Stirn war ihr zerſchmettert, eine Buͤchſenkugel lag in der Wunde.
Was iſt?— rief Wilhelm— als lautes Ge⸗ ſchrei hinter ihm ertoͤnte. Beim Zuruͤckbleiben ſah er Kaͤthchen todtenbleich in ihrem Blut. Reben ihr ſtand der Stelzfuß und mit holliſchem Hohnlachen grinſete er:„Sechzig treffen, drei affen. Wilhelm riß wuͤthend ſeinen Hirſchfaͤnger aus der Scheide und hieb nach dem Verhaßten. Verfluchter— ſchrie er verzweifelnd— ſo haſt Du mich getaͤuſcht? Mehr konnte er nicht ſpre⸗ chen; denn er ſank beſinnungslos neben der blu⸗ tenden Braut zu Boden.


