Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
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ſolcher Geſang war nie vernommen worden, und Alle glaubten, vin himmliſches Weſen ſey unter ihnen erſchienen, beſonders da der Juͤngling un⸗ term Singen immer ſchoͤner, immer herrlicher und ſeine Stimme immer gewaltiger zu werden ſchien. Die Luft ſpielte mit ſeinen goldnen Locken. Die Laute ſchien ſich unter ſeinen Hän⸗ den zu beſeelen, und ſein Blick ſchien trunken in eine geheimere Welt hinüber zu ſchauen. Auch die Kindesunſchuld und Einfalt ſeines Geſichts ſchien Allen uͤbernatuͤrlich. Nun war der herr⸗ liche Geſang geendigt. Die bejahrten Dichter druͤckten den Juͤngling mit Freudenthraͤnen an ihre Bruſt. Ein ſtilles, inniges Jauchzen ging durch die Verſammlung. Der Koͤnig kam geruͤhrt auf ihn zu. Der Juͤngling warf ſich ihm beſchei⸗ den zu Fuͤßen. Der Koͤnig hob ihn auf, um⸗ armte ihn herzlich und hieß ihn ſich eine Gabe ausbitten. Da bat er mit gluͤhenden Wangen den Koͤnig, noch ein Lied gnädig anzuhoͤren und dann uͤber ſeine Bitte zu entſcheiden. Der Koͤnig trat einige Schritte zuruͤck und der Fremdling fing an:

Der Säͤnger geht auf rauhen Pfaden, Zerreißt in Dornen ſein Gewand; Er muß durch Fluß und Suͤmpfe baden,