Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
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lichen Zuges. Ein maͤchtiger Springquell ſtieg zwiſchen den vielen Fackeln mit zahlloſen Lichtern hinauf in die Dunkelheit der toͤnenden Wipfel, und begleitete mit melodiſchem Plaͤtſchern die mannichfaltigen Geſänge, die unter den Baͤumen hervorklangen. Der Koͤnig ſaß auf einem köſt⸗ lichen Teppich und um ihn her war der Hof in feſtlichen Kleidern verſammelt. Eine zahlreiche Menge erfuͤllte den Garten und umgab das pracht⸗ volle Schauſpiel. Der Koͤnig ſaß eben in tiefen Gedanken. Das Bild ſeiner verlornen Tochter ſtand mit ungewöhnlicher Klarheit vor ihm; er gedachte der gluͤcklichen Tage, die um dieſe Zeit im vergangenen Jahre ein plotzliches Ende nah⸗ men. Eine heiße Sehnſucht uͤbermannte ihn, und es floſſen haäufige Thränen von ſeinen ehrwuͤrdi⸗ gen Wangenz doch empfand er eine ungewoͤhnliche Heiterkeit. Es duͤnkte ihm das traurige Jahr nur ein ſchwerer Traum zu ſeyn, und er hob die Augen auf, gleichſam um ihre hohe, heilige, ent⸗ zuͤckende Geſtalt unter den Menſchen und den Baͤumen aufzuſuchen. Eben hatten die Dichter geendigt, und eine tiefe Stille ſchien das Zeichen der allgemeinen Ruͤhrung zu ſeynz denn die Dich⸗ ter hatten die Freuden des Wiederſehns, den Frähling und die Zukunft beſungen, wie ſie die Hoffnung zu ſchmuͤcken pflegt.