Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſie ſich nach ſeinem Vater erkundigte, einige Zeit keine Worte finden. Sie ſagte ihm halbleiſe und mit niedergeſchlagenen Augen, daß ſie bald wie⸗ der zu ihnen kommen und die Zuſage des Vaters, ſie mit ſeinen Seltenheiten bekannt zu machen, mit vieler Freude benutzen wuͤrde.

Sie dankte dem Juͤnglinge noch einmal mit ungewoͤhnlicher Innigkeit, und ging hierauf lang⸗ ſam, ohne ſich umzuſehen, zuruͤck. Der Jungling konnte kein Wort vorbringen.

Er neigte ſich ehrfurchtsvoll und ſah ihr lange nach, bis ſie hinter den Baͤumen verſchwand. Nach dieſer Zeit vergingen wenig Tage bis zu ihrem zweiten Beſuche, dem bald mehrere folgten. Der Juͤngling ward unvermerkt ihr Begleiter bei dieſen Spaziergängen. Er holte ſie zu be⸗ ſtimmten Stunden am Garten ab und brachte ſie dahin zuruͤck. Sie beobachtete ein unverbruͤch⸗ liches Stillſchweigen uͤber ihren Stand, ſo zu⸗ traulich ſie auch ſonſt gegen ihren Begleiter wurde, dem bald kein Gedanke in ihrer himmliſchen Seele verborgen blieb. Es war, als floͤßte ihr die Erhabenheit ihrer Herkunft eine geheime Furcht ein. Der Juͤngling gab ihr ebenfalls ſeine ganze Seele. Vater und Sohn hielten ſie fuͤr ein vornehmes Maͤdchen von Hofe. Sie hing an den Alten mit der Zaͤrtlichkeit einer Tochter. Ihre