256 als ob ich es ſelbſt beföhle, ſie iſt Frau im Hauſe. Es war an einem Dienſtag als ich das väterliche Haus zuerſt wieder betrat, und ich hatte mich ſchon ein Bischen getröſtet, als der Freitag kam, und ich beim Eſſen plötzlich bemerkte, mein Vater faſte nicht, wir hatten Fleiſchſpeiſen. Ich ſchützte Kopf⸗ weh vor und aß keinen Biſſen, aber es machte mich grenzenlos unglücklich, daß mein Vater, der ſo liebevoll mit mir war, die Gebote der Kirche verachte, ich kannte ja keine größere Sünde, als das Faſtengebot zu brechen! doch am nächſten Tage ſollte es noch ärger werden. Er kam des Mor⸗ gens in mein Zimmer, küßte mich auf die Stirn und ſagte: Ich hoffe Louiſe, Du wirſt Dich in Deine neue Stellung zu finden wiſſen, ich habe die erſten Tage Deiner Trauer um Deine Freun⸗ dinnen im Kloſter nicht ſtören wollen, doch jetzt mußt Du Deine Thränen trocknen und Deine klö⸗ ſterlichen Gewohnheiten ablegen. Mache heute eine elegante Toilette, Du haſt natürlichen Geſchmack, und Frangoiſe wird Dir ſchon helfen, ſie verſteht das, wir gehen dieſen Abend ins Theater. Ich küßte ihm die Hand, aber ich konnte die Thränen
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