Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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und ſetzten ſich lautlos in den verſchloſſenen Wa⸗ gen, der raſch fortrollte.

Jahre vergingen, nach und nach wurden die Gefangenen aus den Kerkern entlaſſen. Kazinczy, Szulovſzky und ihre Gefüährten, die zum Tode ver⸗ urtheilt geweſen waren, erſt im Jahre 1803, ſie hatten neun Jahre ihres Lebens im Geftngniß verlebt. Als ſie endlich frei geworden waren, ſa⸗ hen ſie ſich um im Lande, und erkannten es nicht mehr. Eine neue Generation war ſeitdem auf⸗ gewachſen. Leichtſinn und Genußſucht hatten ſich der Gemüther bemächtigt; der conſtitutionelle Sinn der Nation begann zu erſchlaffen, niemand dachte mehr an die Hingerichteten, niemand an den un⸗ glücklichen Erzherzog. Die Gefangenen ſelbſt wa⸗ ren fremd geworden im eigenen Vaterlande, man ſcheute ſich, ihnen zu nahen, obgleich niemand wußte, was ihr Verbrechen geweſen ſei. Kazinczy und Szulovſzky erkundigten ſich gleich um den Offizier, mit dem ſie auf ſo eigenthümliche Weiſe bekannt geworden waren; aber ſein Name ſtand nicht mehr im Militairſchematismus, er war einige Jahre frü⸗ her in der Schlacht bei Marengo gefallen.