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der Hauptſtadt verbreitet hatten, wurde noch er⸗ höht, als am nächſten Morgen erzählt wurde, daß jede Nacht neue Opfer verlange. Die Gefangen⸗ nehmung des jungen Baron Révay betäubte je⸗ dermann; wer konnte ſich ſicher dünken, wenn ſelbſt Knaben dem Verdacht ausgeſetzt waren?
Ladislas Révay hatte ſich übrigens wie ein Mann benommen, er war nicht im Geringſten er— ſchreckt, als Völgyy und drei Soldaten in ſein Zimmer traten und ihn aus dem Schlafe weckten. Er zog ſich raſch an, und freute ſich ſogar, daß man ihm eine ſo große Bedeutung beilege, et bat blos den Fiskal, er möge es ihm erlauben, daß er ſeiner Mutter einige Zeilen ſchreiben dürfe, um ſie über ſein Schickſal zu beruhigen. Es wurde ihm abgeſchlagen.„Nein“, ſagte er,„es thut nichts zur Sache, ſie erfährt es ſchon auch ohne mich, und ſie weiß es, daß ich nichts thue, was meinem Namen Schande machen könnte.“— Sein Diener war übrigens augenblicklich zum Familien⸗ Fiskal gelaufen, wie ſein junger Herr in den Ker⸗ ker abgeführt wurde, und erzählte dieſem erſchreckt, was geſchehen war. Der Advocat verlor keine


