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Unter Kaiſer Joſeph hörten zuerſt die Wahlen dann auch die Comitatsverſammlungen auf, und der junge Mann hatte ſich gewöhnt an den Ge⸗ danken, eine Anſtellung zu ſuchen; er bewarb ſich daher um die Protection des Kronfiscals, um ein Amt zu erlangen, denn er hielt dies für viel ehren⸗ hafter, als ſich durch ſeine eigene Anſtrengungen eine Exiſtenz zu gründen. Er war auch nicht wenig erfreut, als er zum Honvrarfiscal ernannt wurde, doch gleich die erſte Unterredung mit Németh ent⸗ täuſchte ihn in mancher Hinſicht über die Herrlich⸗ keit des Beamtenſtandes. Der Cynismus, mit dem ein ſo hochgeſtellter Mann über Beſtechung ſprach, die Art, mit der er die Worte Jlias ab⸗ ſichtlich verdrehte, alles dies widerte den angehenden Beamten an, obgleich er nicht den Muth hatte, ſich in offenen Widerſpruch mit dem Kronſiscal zu ſetzen. Seinem Character mangelte die Energie und Selbſiſtändigkeit, er hatte es nie gelernt Nein zu ſagen, trotz der Bildung ſeines Verſtandes war er ſtets paſſiv; er war geſchaffen zum Staatsdienſt. Németh hatte ihn vollkommen durchſchaut, und da er als Verwandter Wohlwollen für ihn hegte,


