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345 ſchmalen weißen Hände' erhoben und ließ die Fingerſpitzen leiſe über ihr Antlitz gleiten. Der Anblick war ſo eigenthümlicher Natur und hatte etwas ſo Erſchütterndes: dort das junge Mäd⸗ chen, ſprühend von Leben und Geſundheit, mit den leuchtenden Augen feſt und keck im Kreiſe umherſchauend, hier der arme Blinde, mit zit⸗ terndem Finger die Spuren einer Schönheit er⸗ forſchend, die er nie mit Augen ſehen ſollte— daß Niemand zu lächeln wagte, nicht einmal Rudolf. Alfred ſtrich über das krauſe, weiche Haar, fuhr flüchtig über die ſchwellende Wange—
„Ja, ſo muß ſie ausſehen!“ rief en,„ſo hab' ich ſie mir gedacht! Solche Stimme kann nicht lügen! Sehet hin, wie ſchön ſie iſt! welche Locken, welche Stirn, welche Wangen! Und ach, ihr Glücklichen, daß ihr die Augen ſehen könnt, dieſe tiefen, brennenden Augen!“
Dieſe Auffoderung eines Blinden an die Sehenden, ſich an einer Schönheit zu erquicken,
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