Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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abgehen. Geſtehe ich es Ihnen frei: ich bin in einer höchſt verdrießlichen Lage und wenn ich ſonſt zuwei⸗ len etwas eitel war auf meine praktiſche Gewandtheit, ſo droht dieſelbe mich diesmal völlig in Stich zu laſſen. Sie wollen ſich von Ihrem Mann ſcheiden laſſen gut; Sie wollen zu meinem Bruder Her⸗ mann gehen und mit ihm Ihr idylliſches Jugendleben fortſetzen noch beſſer. Aber mein Bruder Her⸗ mann bleibt aus und läßt auch nichts von ſich hören und das iſt ſehr ſchlimm. Ihre Flucht muß längſt entdeckt ſein, Ihr beleidigter Gatte iſt uns vielleicht dicht auf der Spur und wenn er mich bei Ihnen trifft, ſo riskire ich, von ihm als Sie verzeihen, Cou⸗ ſine als der Ent⸗ und Verführer behandelt zu werden. Rudolph ſoll ein verwünſcht guter Piſtolenſchütze ſein, das convenirt mir nicht und auch Ihre Sache würde dadurch unmöglich verbeſſert. In dieſer ver⸗ wickelten Lage habe ich mich an meinen Rechtsfreund in der Stadt gewendet. Derſelbe erklärt den Fall für ganz einfach: es kommt nur darauf an, daß Sie ſofort die Scheidungsklage gegen Rudolph for⸗ muliren, die Einleitung dazu haben Sie durch Ihre Entfernung aus ſeinem Hauſe bereits gethan, die ganze Sache wird dann rein juriſtiſch, Niemand kann Sie zwingen, während der Dauer des Proceſſes