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nicht verſäumt, eine Adreſſe in London hinzuzufügen⸗ unter welcher meine Antwort ihn treffen ſollte.
Meine Antwort! Aber was ſollte, was konnte ich ihm denn antworten? Hatte ſeine Ahnung ſich nicht erfüllt und war ich nicht ſeit wenigen Tagen die Braut eines Andern— o Gott, eines braven, ehrenwerthen, vortrefflichen, aber eines ungeliebten Mannes?21
Die Verwirrung, in welche ich durch Hermann's Brief gerieth, war unbeſchreiblich. Aus jeder Zeile, jedem Buchſtaben ſah ſein altes treues geliebtes Auge mich an; es war mir, als wären wir nie getrennt geweſen, als müßte jeden Augenblick die Thur auf⸗ gehen und alle die traurige Zerrüttung dieſer Zeit, die alte Gräfin, Waldemar, Rudolph, ja Florine ſelbſt, es wäre Alles nur ein wüſter, beängſtigender Traum geweſen, aus dem die Nähe des geliebten Freundes mich augenblicklich befreien mußte.
Denn er war mein geliebter Freund, er und kein Anderer; deutlich fühlte ich es jetzt und auch das ſeltſame, halb mitleidige, halb tröſtende Lächeln, mit welchem Florine mich angeblickt, da ich ihr von Her⸗ mann geſprochen hatte, wußte ich jetzt zu deuten.— Es war eine Eigenthümlichkeit meines Herzens(und zwar, fürchte ich, eine Eigenthümlichkeit, die ich gleich⸗ 1856. X. Helene. III. 1⁵


