Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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ich höre, liebt, ſich Rede und Gegenrede wie Fang⸗ bälle zuzuwerfen, ſie an dieſe haſtige Weiſe des Ge⸗ ſprächs gewöhnt haben.

„Vollende nicht,“ rief ſie,„ich ſehe ſchon deut⸗ lich, wo Du hinauswillſt. Es giebt, meinſt Du, auch Naturen, für welche dieſer Widerſpruch nicht exiſtirt? Künſtlerinnen, meinſt Du, giebt es, die zum Lorbeer⸗ kranz der Kunſt auch die Prieſterbinde der Häus lichkeit rein und unentweiht getragen haben? Nun, es mag ſein; ich für meine Perſon zwar bin bis jetzt noch nicht ſo glücklich geweſen, ſolche Vogel Phönixe kennen zu lernen; wo die Welt dieſe ſel⸗ tene Vereinigung des großen Talentes und der ſitt⸗ lichen Würde bewunderte, da, mein Kind, habe ich, deren Auge die Erfahrung geſchärft hat und die ſelbſt weiß, wie es hinter den Couliſſen zugeht, ge⸗ wöhnlich nur ein hölzernes 4 oder eine über⸗ kleiſterte Tugend oder noch h ger Alles beides gefunden. Aber zugegeben, daß dies nur die Regel und daß es Ausnahmen giebt, gleichſam privilegirte Na⸗ turen, die an der Schwäche der Sterblichkeit keinen Theil haben und die daher auch jenen Widerſpruch nicht zu fürchten brauchen— kann ich dafür, iſt es meine Schuld, daß ich zu dieſen Privilegirten nicht gehöre? Kann ich dafür, daß die Künſtlerin in mir nicht ſchaffen