Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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war ganz die gereizte Löwin von geſtern Abend und ich ſelbſt, die ich doch ſoeben erſt Zeuge geweſen war, wie dieſe Schönheit zu Stande gekommen, fühlte mich von dem Zauber derſelben unwiderſtehlich angezogen.

Bei alledem jedoch und ſoviel Wahres unzwei⸗ felhaft in ihren Worten lag, ſo ſagte doch ein un⸗ beſtimmtes Gefühl mir, daß es nicht die ganze Wahr⸗ heit war. Ganz gewiß liegen für die Mehrzahl der weiblichen Naturen in der Laufbahn der Künſtlerin alle jene Klippen und Untiefen, welche Florine eben mit ſoviel Beredtſamkeit geſchildert hatte— für die Mehrzahl, ganz gewiß: aber unmöglich für alle. Auch die Kunſt ſtammt von Gott; es kann weder die Ab⸗ ſicht Gottes geweſen ſein, die ganze eine Hälfte des menſchlichen Geſchlechtes von dem Dienſte der Kunſt, dieſer reinſten und erhabenſten Offenbarung des Gött⸗ lichen, auszuſchließen, noch kann es in ſeinem Willen lie⸗ gen, daß ein an ſich edler und berechtigter Zweck durch unſittliche Mittel erreicht werde. Es muß hier ein Mittel der Ausgleichung geben, und wenn

ich auch einräume, daß daſſelbe ſchwer zu finden, ſo läugne ich doch, daß es ſich überhaupt nicht finden läßt. Ja im Gegentheil, ich bin überzeugt— und das Wenige, was ich von der Geſchichte der Kunſt mir in