Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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11 von den Schickſalen meines Oheims, des Herrn Nonne⸗ mann, aufnahm; er war ja boch immer ihr Bruber und wenn es auch richtig genug ſein mochte, daß er ſich niemals ſehr brüberlich gegen ſie benommen, ſo hätten, meinte ich, die Rechte des Blutes doch immer⸗ hin etwas mehr Schonung verdient.

Ich wagte es dieſer meiner Empfindung einen Ausdruck zu geben, wenn auch in der mildeſten Form, und dies veranlaßte Florine denn endlich den Schleier von der Vergangenheit zu heben und mir, wenn auch nur in den flüchtigſten Umriſſen, die Geſchichte ihrer Jugend, ihrer Leiden und Verirrungen mitzutheilen eine Geſchichte, mit der meine eigene Exiſtenz ſo nahe verflochten war..

Und da war es denn eine große Beruhigung für mich, da ich zunächſt erfuhr, daß Herr Nonne⸗ mann und meine Mutter keineswegs leibliche Geſchwi⸗ ſter. Der Vater meines ſogenannten Oheims hatte noch in ſpätern Jahren eine zweite Frau geheirathet, die ihm Florinen, das Kind einer frühern Ehe, ins Haus gebracht. Florine war alſo, was man ein angeheirathetes Kind nennt: ein Verhältniß aller⸗ dings von ſehr lockerer Beſchaffenheit und wenig ge⸗ eignet, geſchwiſterliche Empfindungen zu erwecken, beſonders wo die Charaktere ſich ſo ſchroff gegenüber