Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Frau, in der ich meine Mutter verehrte und die ſo lange der Gegenſtand meiner kindlichen Sehnſucht

geweſen war. Auch das ſchadenfrohe Lächeln, das ihre

ſchönen Züge dabei verunzierte, ängſtigte mich mehr als ich mir geſtehen mochte; es war mir, als legte fich damit ein Schleier über das geliebte Antlitz, deſſen Schönheit mich geſtern noch ſo ſehr entzückt hatte und das mir heut, in der blaſſen Beleuchtung des jungen Tages, ſo ermüdet, ſo krank erſchien.

Ich ſuchte daher dem Geſpräch eine andere Wendung zu geben indem ich es unvermerkt auf die Geſchichte meiner Kindheit und jene langen trüben Jahre brachte, welche ich von ihr getrennt gelebt hatte. In meinem einfältigen Sinne dachte ich, Florine müſſe an dieſen Erinnerungen daſſelbe Inte⸗ reſſe nehmen wie ich ſelbſt und da eine ſehr natür⸗ liche Scheu mich zurückhielt, ſie nach ihren Schickſa⸗ len zu fragen, ſo überſchüttete ich ſie mit Erzählun⸗ gen aus meinem kleinen Leben; meine Geſchwätzig⸗ keit, hoffte ich dabei in der Stille, ſollte endlich auch ihre Lippe löſen und mir Geheimniſſe aufdecken, die mich ſo nahe angingen und deren Zuſammenhang ich bis jetzt nur dunkel ahnte. 8

Aber auch hier wieder ſtieß ich auf einen Punkt,

der mich beängſtigte und mein junges Glück zu