Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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faſt, als ich ſie vor meinem Bette ſitzen ſah ſo ernſt, ſo bleich, ach und dabei mit einem Zuge von Mü⸗ digkeit in dem edlen ſtolzen Angeſicht der volle Reſt meines Lebens wäre mir nicht zu theuer gewe⸗ ſen, hätte ich dieſen Zug von Müdigkeit aus dem geliebten Antlitz hinwegwiſchen können.

Doch war ſie klar und gefaßt und zeigte die⸗ ſelbe Ueberlegenheit des Geiſtes, die ich bei der erſten Bekanntſchaft an ihr bewundert hatte. Bereits wäh⸗ rend ich noch ſchlief, hatte ſie der Dienerſchaft die nöthigſten Befehle ertheilt, uns ungeſtört zu laſſen. Der alten Gräfin ſollte man melden, die Fremde wäre von einem plötzlichen leichten Unwohlſein be⸗ fallen, weshalb ſie um Erlaubniß bitte die Gaſt⸗ freundſchaft des Hauſes noch einen Tag länger in Anſpruch nehmen zu dürfen. Doch möge die Frau Gräfin ſelbſt ſich dadurch keinen Augenblick beunru⸗ higen laſſen, ſie habe an dem Geſellſchaftsfräulein allen Beiſtand, deſſen ſie bedürfe und werde der Frau Gräfin ſehr dankbar ſein, wenn ſie dem jun⸗ gen Mädchen geſtatten wolle, ſich heut ausſchließlich ihrem Dienſte zu widmen.

Die Frau Gräfin, ſagte ſie mit bitterm Lä⸗ cheln, indem ſie mir dieſe von ihr getroffenen An⸗ ordnungen mittheilte,wird in dieſem angeblichen

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