Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Graf Waldemar Sie wiſſen, Frau Gräfin, daß ich das Vergnügen hatte, mit Graf Waldemar bekannt zu ſein? Nun gut: Graf Waldemar hat mir in früherer Zeit ſo viel und wie ich jetzt ſehe, nicht zu viel, ja noch nicht einmal genug von der angenehmen Lage dieſes Schloſſes und der lie⸗ benswürdigen Gaſtfreiheit ſeiner verehrungswürdigen Beſitzerin erzählt, daß ich, da der Zufall mich hier in die Nähe führte, der Verſuchung nicht widerſtehen konnte, die Eine wie die Andere kennen zu lernen. Ja da Wahrheit gewiſſermaßen eine Nothwendig⸗ keit iſt für uns kleine Leute, die wir die Mittel nicht beſitzen, unſere Lügen mit klingenden Gründen zu beſchönigen, ſo muß ich Ihnen, Frau Gräfin, nur geſtehen, daß die Geſchichte mit dem zerbrochenen Rade nur war, was man bei uns einen Theatercoup nennt ein ſehr natürliches Ding, verſteht ſich, bei uns Leuten vom Theater. Das Rad mußte bre⸗ chen, verſtehen Sie, weil ich nämlich vor Begierde brannte die Frau Gräfin kennen zu lernen und ihr meine ehrerbietigen Grüße zu Füßen zu legen..

Wieder flog einer jener Blitze herüber zu mei⸗ ner alten Dame, welche noch immer da ſaß, vergeb⸗ lich nach Faſſung ringend; ich hätte es nie für möglich gehalten, daß die Gräfin Reichenan, die