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ſie vielleicht noch niemals zwiſchen Mutter und Sohn beſtanden hatte. Sogar ſein Verkehr mit der ſchö⸗ nen Iſabella machte davon keine Ausnahme; ja ſo verliebt war der junge Mann oder vielleicht auch ſo eitel auf ſeine Eroberung, daß er der Mutter ſogar einige Briefe und Zettelchen überſandte, welche die ſchöne Iſabella ihm bei verſchiedenen Veranlaſſungen geſchrieben und die denn allerdings wahre Muſter eines feinen zierlichen und geiſtreichen Brieſſtils waren.
Und ſollte man es für möglich halten: ſelbſt dieſe Briefe und Briefſtellen theilte die alte Gräſin mir mit, und nicht blos mir, ſondern ſie trug die zwanzigmal geleſenen, zerknitterten Blätter mit ſich in der Taſche und las ſie der Reihe nach ihren ſämmt⸗ lichen Bekannten und Beſuchen vor. Ja ſie war höch⸗ lich entrüſtet, als Conſtanzens Vater ſich eines Tags mit dürren Worten verbat, ihm ſolche Briefe ins Haus und ſogar vor die Augen ſeiner Tochter zu bringen; wobei er nicht undeutlich zu verſtehen gab, daß, wenn ſolcher Briefe überhaupt noch mehr gewechſelt werden ſollten, die öffentliche Verlobung ſeiner Tochter Conſtanze mit Waldemar Graf Rei⸗ chenau wohl bis zum Nimmermehrstage aufgeſchoben bleiben könnte.
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