54
*
ſo mußte ich unwillkürlich lächeln über die ſeltſame Frage.
„Wenn es Dir beliebt,“ erwiederte ich,„Deine Augen ein wenig ſeitwärts zu wenden, ſo wirſt Du an den grünen Zweigen, die da herüberragen, ſofort merken, daß beſagter Birnbaum, der ſich übrigens durch die unerwartete Nachfrage gewiß in hohem Brade geſchmeichelt fühlt, noch vollkommen wohl⸗ auf iſt— nämlich ſoweit ein ſo alter Herr, über deſſen kahlen Kopf Du ſo manchmal geläſtert haſt, noch wohlauf ſein kann,“ ſetzte ich neckend hinzu
Allein Hermann war nicht in der Stimmung auf meine Neckerei einzugehen; er wandte ſich nach dem Fenſter und wie ſein Auge auf den Zweigen des Birnbaums ruhte, war es mir, als ſtiege eine Thräne darin empor; dann ſagte er:
„Unter den Birnbaum, Helene, muß morgen unſer erſter Gang ſein; da, wo ich Dich ſo manches Mal gekränkt habe, will ich Dir ſagen, was hier, in der engen Schwüle der Krankenſtube, noch immer nicht auf meine Lippe herauf will, ſo warm und tief ich es auch empfinde, das glaube mir— näm⸗ lich meinen Dank, Helene, für Deine treue auf⸗ opfernde Pflege, mein Geſtändniß, daß ich Dir oft und ſchwer Unrecht gethan habe, meine Bitte——“


