Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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junges Mädchen, deſſen Charakter nicht etwa den natürlichen weiblichen Pflichten widerſtrebt, in einer ähnlichen Lage geſehen hat, der wird auch bemerkt haben, welch ein eigenthümlich frauenhaftes Behagen ſich dabei, mitten unter Angſt und Noth, in den jungen Weſen entwickelt und mit welchem Gemiſch von Angſt und Freude ſie ihre peinlichen Pflichten erfüllen. Was Hermann's verſtändiges Zureden bis⸗ her nicht vermocht, das erreichte er jetzt, ohne es ſelbſt zu wiſſen, durch ſeine Leiden: das Geheimniß⸗ volle meines Schickſals, der Tod des alten Eberſtein, mein Zwiſt mit der alten Dörte, ſelbſt der Schatten Florinens— Alles war vergeſſen, ſowie ich über die Schwelle des Krankenzimmers trat und dies um⸗ florte trübe Auge ſah, das mich, durch die Nebel des Fiebers hindurch, um Linderung und Erleichterung anzuflehen ſchien. Ja ſelbſt mitten in der Nacht, wenn irgend eine Beſorgung für den Kranken es nöthig machte, lief ich im Hauſe hin und her und ſprang die Treppen auf und nieder, ohne auch nur ein einzig Mal an das Geſpenſt zu denken, das mich einige Monate zuvor ſo entſetzt hatte— und natür⸗ lich auch ohne das Mindeſte davon wieder zu ſehen.

Und als nun endlich nach vier oder fünf qual⸗ vollen Tagen die Stirn des Kranken ſich kühlte, als