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blos mein Körper, auch mein Geiſt ertrug ſpielend die ungewohnteſten Anſtrengungen; klaren Auges, ohne das geringſte Bedürfniß nach Schlummer, ſaß ich ganze Nächte lang am Lager des lieben Kranken, kühlte ſeine heiße Stirn und reichte ihm die vor⸗ geſchriebenen Tränke, mit einer Pünktlichkeit und Gewiſſenhaftigkeit, deren ſelbſt Herr Nonnemann ſich nicht zu ſchämen gehabt hätte. Der Arzt, dem mein Eifer und meine Anſtelligkeit nicht entging, belohnte ihn dadurch, daß er ſich mit ſeinen Vorſchriften und Verordnungen vorzugsweiſe an mich wandte und mich förmlich als Herrin und Meiſterin der Krankenſtube inſtallirte. Mein Stolz und meine Freude darüber war nicht gering, ich kam mir ordentlich vor, als wäre ich größer geworden ſeitdem, und Emil, der an dem ganzen Vorgang nur wenig Antheil nahm und ſich meiſt außer dem Hauſe umhertrieb, konnte die ſpöt⸗ tiſche Bemerkung nicht unterdrücken: was Hermann an Geſundheit fehle, ſcheine ich mir zuzulegen, we⸗ nigſtens hätte ich noch nie ſo klar und blühend ausgeſehen, wie gerade in dieſen angſtvollen traurigen Tagen. Ich indeß ließ ihn ſcherzen und ſpotten und pflegte meinen lieben Kranken mit wahrhaft mütter⸗ licher Zärtlichkeit. Wer einmal ein heranwachſendes


