Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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wirklich geſtorben wäre. Onkel Nonnemann, be⸗ merkte er, ſei ein ſehr gütiger und großmüthi⸗ ger Mann, das wüßten wir Alle und zwar am meiſten aus ſeinem eigenen Munde; wenn ſie aber glanbe, daß er, beſagter Onkel Nonnemann, um eines kranken oder ſterbenden Reffen willen auch nur einen einzigen Tag von ſeinen vorgeſetzten Vergnügungen abbrechen werde, ſo ſei das mehr rührend als richtig.

„Ich zweifle ſogar,“ ſetzte er mit bitterem Lä⸗ cheln hinzu,„ob, wenn der Oheim wirklich davon wüßte, daß unſer Hermann ſterben will, er ihm ſeine vormundſchaftliche Erlaubniß dazu ertheilen würde, da ja in dem Stundenplan, den der Oheim uns hinterlaſſen, ſich eine Zeit zum Sterben nirgend angeſetzt findet, es mithin ein Act grober Willkür und Widerſetzlichkeit ſein würde, wollte Einer von uns ſich dergleichen auf eigene Hand erlanben..

Es bezog ſich dies auf die pedantiſche Art, mit welcher der Oheim uns für die Zeit ſeiner Abwe⸗ ſenheit bis ins Kleinſte hinein vorſchrieb, wie wir unſere Zeit eintheilen und was wir jeden Tag und jede Stunde thun und treiben ſollten: Vorſchriften, die wir uns nur dadurch erträglich machten, daß wir ſie— einfach unbeachtet ließen.* Inſofern alſo war Emil's Spott nicht ganz

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