Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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liche Erholungsreiſe zu machen pflegte. Wie man ſich leicht denken kann, war dies ein wahrer Lebens⸗ abſchnitt, nicht blos für Herrn Nonnemann ſelbſt, ſondern auch für Alle, die mit ihm im Hauſe lebten. Er athmete auf und ſchüttelte den Staub der Ar⸗ beit von ſich— aber Gott weiß, wir athmeten auch auf. Was ihm die Erholung der Reiſe und der Ge⸗ brauch des Brunnens, das war uns ſeine Abweſen⸗ heit; auf drei, vier Wochen von ſeinem ewig ſpä⸗ henden Auge befreit zu ſein, drei, vier Wochen lang ſeine ewig zankende Stimme nicht zu hören, nicht ewig die Uhr im Kopf haben zu müſſen, ſondern ſich auch einmal ein bischen frei und ſelbſtändig be⸗ wegen zu können wie andere Menſchen— o wahr⸗ haftig, Herr Nonnemann mußte ſehr weit reiſen, wenn er in irgend einem Bade der Welt die Erquickung finden wollte und das Wohlbehagen, das uns dieſer Gedanke gewährte.

Freilich mußte auch dieſer Genuß erſt errungen werden. Als ahnte er, daß die Feſſel der Hausordnung in ſeiner Abweſenheit ſich lockerte und als müßte er uns zum Voraus züchtigen für die Freiheit, die wir im Begriff ſtanden uns zu nehmen, war Herr Nonnemann nie ſtrenger und nie unleidlicher, als gerade in dieſen letzten Wochen vor ſeiner Reiſe.