Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Ecke am Ofen gefunden wie ich erwartete, ſo würde ich

auch ganz gewiß ſofort Mittel und Wege gefunden haben, mich mit ihr zu verſtändigen und ihre ſpröde Laune denn mehr war es ja doch bei Licht beſehen nicht zu beſiegen. Dagegen brachte der uner⸗ wartete Umſtand, daß ich ſie bereits ſchlafend in ihrer Kammer traf, mich dermaßen aus der Faſſung,

daß ich den Muth nicht finden konnte ſie zu wecken.

Als hätte die kühle Nachtluft mich ernüchtert, ſtand

das Abenteuerliche, ja Abgeſchmackte meines Vorha⸗ bens mit einem Male deutlich vor mir. Mit ange⸗ haltenem Athem ſtand ich und lauſchte; ſie ſchlief ſo ſanft, es war wohl grauſam, um meines kihdiſchen Einfalls willen die Nachtruhe der alten vielgeplagten Frau zu ſtören. Auch fiel der Mond gerade grell

auf das alte runzeliche Geſicht mit den ſtruppigen grauen Haaren, die wirr unter dem Kopftuch her⸗ vorſtanden und ſo lieb die alte Dörte mir übrigens auch war, ſo kann ich doch nicht ſagen,

daß dieſer Anblick meinen Muth gerade ſehr erhöhte. Was nützt es Dir, dachte ich in der Stille, wenn

Du ſie auch weckſt, ſie iſt doch wohl nur verſchlafen oder läßt Dich hart an; beſſer, Du warteſt bis morgen am Tage oder bis zu einer andern vernünftigen Stunde und jetzt geh' wieder hinauf in Dein Bett, Helene,