Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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kindliche Neugier mein Grauſen überwand. Vor Allem hatte ein Kind meine Aufmerkſamkeit erregt, welches mit in dem Zuge geführt ward. Es war nur wenig älter als ich, bleich, mit Schwären bedeckt, und dies bleiche kranke Antlitz war auf grauenhafte Weiſe beſchmiert und übertüncht, mit grellen rothen und weißen Farben. Die Augenbrauen hatte es ſich mit Kohle geſchwärzt und quer über die kleinen auf⸗ geſprungenen Wangen einen Schnurbart gemalt; auf dem Haupte aber trug es eine ſpitze Mütze, faſt wie Herrn Nonnemann's Nachtmütze, nur freilich lange nicht ſo ſauber, während um die dünnen hagern Glieder allerhand Flitterwerk und bunte Fetzen flat⸗ terten. So war es, dem Landreiter zunächſt, an der Spitze des kläglichen Zuges geſchritten und hatte Capriolen geſchnitten und Männchen gemacht hinter dem Rücken ſeines Begleiters, um das Gelächter der Zuſchauer zu erregen. Die aber ſtanden Kopf bei Kopf in allen Fenſtern und Thüren und Jeder, der die arme Fratze ſah, bekreuzte und ſegnete ſich und rief: o pfui, welch ein Kind! ein Komödian⸗ tenkind!

Ich entſinne mich noch ſehr lebhaft, wie ich in der nächſten Zeit nach dieſem Vorfall, ſo oft Herr Nonnemann in ſeinem Zorn das garſtige Wort aus⸗