Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

ich die Erleichterung meines häuslichen Schickſals verdankte. Die Begegnung mit ihm je mehr ich darüber nachdachte, je deutlicher wurde es mir war das erſte denkwürdige Ereigniß meines Lebens; mit dem ſchwarzen Glasauge meines Pudelchens waren mir die Sterne eines neuen Schickſals aufgegangen. Es war noch immer hart genug, dies Schickſal, ich ſehnte mich noch immer ſehr, ja vielleicht noch mehr denn früher, nach einer mildern, zärtlichern, vertrauli⸗ chern Behandlung als ſie mir im Hauſe meines Oheims zu Theil ward. Aber daß ich wenigſtens eine Ahnung hatte von einem ſolchen milderen Schick⸗ ſal, daß mein Herz unter der kalten Behandlung, die ihm widerfuhr, nicht ſelbſt erkaltet, daß ihm das Bedürfniß der Liebe, der Anſchmiegſamkeit geblieben war, das dankte ich ihm und den ſchönen, friedlichen, nur allzuſeltenen Stunden, die er mir vergönnt hatte. Ach wenn ſie wiedergekehrt wären, wie hätte ich ſie jetzt nützen wollen! wie hätte ich auf jedes ſeiner Worte horchen, wie jedem ſeiner Winke fol⸗ gen, wie ſein alterndes Herz mit dem Thau mei⸗ ner jungen kindlichen Liebe erfriſchen wollen!

Aber das war nun zu ſpät und daß es zu ſpät war, das machte mich unglücklicher als ich es aus⸗ ſprechen konnte und durfte. Mein Schmerz machte