Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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Herausgebers eine etwas weite Auslegung zu geben. Daß unfere Freundin keine Schriftſtellerin war, iſt Ihnen

zur Genüge bekannt. Im Gegentheil, ſie betrachtete es

als kein günſtiges Zeichen für das Glück unſerer Ehen und den Frieden unſeres häuslichen Lebens, daß jetzt ſo viele Frauen zur Feder greifen; ſie ſchloß daraus, ich laſſe dahin geſtellt mit wie viel Recht, auf zahlreiche unglückliche oder doch unbefriedigte Ehen, auf gepreßte Herzen, die endlich verzweifelnd in die ungewiſſe Ferne greifen, weil ſie in der Nähe kein Ohr finden, das ſie verſteht, auf früh geknickte Hoffnungen, auf Ideale und Träume, über die der Froſt des Lebens dahin geſtreift iſt mit unbarmher⸗ ziger Hand und denen nun wenigſtens in der Poe⸗ ſie noch ein dürftiger Nachſommer erblühen ſoll. Einer Frau von der Klarheit, der Einſicht und der Feſtigkeit des Willens wie unſere Freundin, werden Sie nicht die Inconſequenz zutrauen, daß ſie ſelbſt thut, was ſie an Anderen bedenklich findet; wenn ſie alſo den Herbſt ihres Lebens benutzte, die Erin⸗ nerungen ihrer Jugend aufzuzeichnen, ſo that ſie dies nicht aus ſchriftſtelleriſcher Eitelkeit, noch um ein Buch zu ſchreiben, ſondern, wie Sie aus den Tagebuchblättern erſehen, die ich zu dieſem Zwecke

vorangeſtellt habe, lediglich ans mütterlicher Zärtlichkeit 3

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