Teil eines Werkes 
3. Theil (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

410

halb das Gerücht verbreitete, Reinhold, der Sohn des Meiſters, habe den Sohn des Com⸗ merzienraths erſchlagen. Bei der bekannten Feindſchaft, die zwiſchen den beiderſeitigen Häu⸗ ſern beſtanden und welche die Phantaſie des Volks ſich ſchon längſt nicht grauſig genug hatte ausmalen können, war die Nachricht wohl noch immer entſetzlich, aber kaum mehr unwahr⸗ ſcheinlich.

Gewiß, rief die Baronin, die aus einer Ohnmacht in die andere fiel, aber gleichwohl kein Wort verlor von Allem, was um ſie her geſprochen ward: Reinhold iſt der Mörder, und kein Anderer! Der Nichtswürdige war heute früh auch bei mir im Zimmer— er bettelte bei mir—

Heute früh und heute Vormittag, das ſind ja aber gar keine juriſtiſchen Zeiten; Stunde, Mi⸗ nute, Viertelſtunde zum wenigſten, murrte der Juſtizrath: wann war der junge Menſch, der