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Einer mit dem Andern, wollen Geduld und Nachſicht üben, und was auch komme, es ſoll ſich nichts mehr, nichts zwiſchen unſere Herzen drän⸗ gen— um unſeres armen Kindes willen! rief ſie und überdeckte die harte Hand ihres Man⸗ nes mit heißen Küſſen.
Konrad nahm ein Krümchen von der harten Rinde— und er gedachte dabei, wie er als Knabe einmal das Abendmahl genommen, ſo heilig war es ihm.
Er hob ſein Weib auf und küßte ſie ehr⸗ furchtsvoll auf die klare, reine Stirn. Du biſt heilig, ſagte er.
Dann ſuchten beide das ſpäte, ärmliche La⸗ ger; Arm in Arm entſchliefen ſie..
Und der Engel des Friedens, ſo lange ver⸗ ſcheucht von dieſer Stätte, breitete noch einmal ſeine Schwingen ſegnend über ſie.


