hier zuſammen? warum ſchwärmt und tobt Ihr durch die ſtille Nacht? Du da, Mutter, die
du dein gerettetes Kind jetzt mit Thränen an
dich preſſeſt, was thuſt du hier außen in dieſer
ſpäten Stunde unter den Trunkenbolden und
Dirnen? warum ſitzſt du nicht daheim, wohin
du gehörſt, am Bett deines Kindes, und be⸗
wachſt ſeinen Schlaf? Und wenn du jetzt,
ſtatt des lebendigen Kindes, einen zerquetſchten
blutigen Leichnam umklammert hielteſt, wer wäre
ſeine Mörderin? du ſelbſt, du ſchlechte Mutter!!
Das Unerwartete dieſer Rede machte, wie
alles Unerwartete, großen Eindruck auf die Ge⸗
müther. Es iſt wahr, ſagten Einige, es iſt
eigentlich eine rechte Rabenmutter, das eigne
Kind ſo den Pferden in den Weg zu ſetzen.
Sie hat nie viel getaugt, meinten Andere, ihr
Mann hatte auch ſein Kreuz mit ihr, wohl ihm, daß er todt iſt.
Etliche jedoch waren nicht ſo leicht beruhigt.


