Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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gelegen, nachmals unter der Regierung Kaiſer Leo⸗ pold I. geſperrt, und an deſſen Stelle das Roßthor eröffnet wurde.

Die Beſitzerin jenes Häuschens nächſt dem Thore blickte jetzt mit ihren kleinen Augen gar zufrieden darein, als ihr ihre Leibdienerin, die ſchlaue Regina, berichtete, daß derbaumlange Studioſus bereits bei den Andern im Keller liege. Sie war freilich keine Schönheit mehr, denn mehr als ſechzig Jahre lagen ſchon auf ihrem eisgrauen Scheitel, ihr dicker Nacken voll Runzeln bog ſich bereits gewaltig. Mit ihrem grauen vorgeſtrecktem Kopfe, den lauernden kleinen Augen, der ſpitzigen Naſe und dem ſtets halb zu einem garſtigen Lächeln geöffneten Munde, aus wel⸗ chem der letzte vordere Stoßzahn herausblickte, glich ſie einer Hyäne, die auf Raub ausgeht. Der Sold, den ſie einſt am Hofe des letzten Wock von Roſenberg genoſſen, war kein geringerer geweſen als der, den ſie nun als geheime Parteigängerin der Feinde des Kaiſers genoß, und chriſtlicheHunde in ihren Stall zu locken, war das einträgliche Handwerk dieſer Me⸗ gäre ja chriſtliche Giaurs, denn die Alte war leib⸗ haftig eine Mohamedanerin, und hätte dies nicht ihre dunkelgelbe runzlichte Haut und ihre fremdartige Ausſprache verrathen, ſie würde es ſelbſt nicht geläug⸗