Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

Die Megäre nahm eine wahrhaft finſtere und ernſte Miene an.Dein Leben, mein Söhnlein, ſagte ſie zu Wunſch gewendet,war in deiner erſten Jugend ein Feld des Sturmes, ein Sturmfeld wird dein fer⸗ ner Los. Dann wandte ſie ſich zu Nikolaus Fa⸗ ber und rief: Eine eiſerne Wetterfahne wirſt du, dich im Kreiſe drehen und Sturm und Eiſen werden dir nichts anhaben.

Weib! rief der Luxemburger,was ſagſt du? Ich eine Wetterfahne? Da ſoll dich ja gleich mein Stoßdegen niederbohren.

Aber Chriſtoph Wunſch hielt den Arm ſeines Freundes zurück und warf mit einem ſonderbaren Gefühle der Alten ein paar Münzen in die Hand.

Brav, Junge! rief die Alte,du haſt ein Herz und nicht blos eine Fauſt zum Dreinſchlagen, wie dein ungeſchlachter Begleiter da. Darum will ich dir ein Wörtlein mehr ſagen, als ich Anfangs willens war.Geh, Junge, fuhr ſie mit halbleiſer Stimmefort,geh und ſtelle dich morgen Abends, wenn das letzte Viertel des Mondes eingeht, zum eiſernen Käfig am Altſtädter Ring, da, wo ſie die ungeſchlachten Burſchen anketten, auf ein Weilchen hin. Du wirſt dann die Thüre offen finden zum Tem⸗