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rührt, während der fromme Magiſter ſeine kleinen Augen in einer convexen Linie nach dem Chriſtus⸗ Bilde an der Wand drehte.
„Haben die Frauen ihre Betſtunden noch nicht vollendet?“— fragte der Obriſtburggraf.
„Noch nicht,— antwortete der Magiſter.
„Und der Jeſuit?“— fragte der Obriſtburggraf weiter,—„wird er heute Abends bei uns erſcheinen?“
Bei dieſer Frage trat ein leiſer Zug des Unmuthes auf die Lippen des Kleinen.—„Ich weiß nicht,“ bemerkte er nach einigem Zögern.—„Ihn und den Altſtädter Primator erwarte ich heute zur Abendtafel bei mir; dann, lieber Herr Magiſter“ ſetzte er freund⸗ lich hinzu,„wollen wir auch Eure Angelegenheit zur Sprache bringen. Es ſoll mich wahrlich freuen, einen ſo edlen, glaubensfrommen und demüthigen Diener des Herrn auf einen Poſten zu bringen, der mehr als je in unſerer ſo bewegten Zeit einen Mann des Glau⸗ bens, der Standhaftigkeit und Redlichkeit bedarf, denn wißt, Herr Magiſter, der Geheimſchreiber des Altſtädter Primators hat nach dem nralten Gebrauche den Schöp⸗ peneid zu leiſten, wie er im Jahre 1344 ſchon in Prag üblich war und ihm ſind dermalen die Stadtſiegel und Schlüſſel zum Rathhauſe anvertraut; er muß alſo im Falle eines feindlichen Einfalles die Kleinodien und


