Wenn gleich die Urtraditionen über die erſte Entſtehung des Stiftes keine hiſtoriſche Baſis für ſich haben, und das eigentliche Begründungsmotiv desſelben in Dunkel gehüllt iſt, ſo muß doch jene allgemeine gangbare Sage, welche die Benennung des Kloſters„Hohenfurth“ mit ſeiner Entſtehungs⸗ weiſe in Beziehung bringt, als ſinnig und ſehr wahr⸗ ſcheinlich erſcheinen, da ja auch ſehr viele andere Ortſchaften Böhmens ihren Namen von ihrer Ent⸗ ſtehungsurſache herleiten.
Es befand ſich nämlich, ſo erzählt die Sage, auf jenem Felſen, wo ſich gegenwärtig hoch ober den filberblinkenden Wogen der perlenreichen Moldau das ſchöne Ziſterzienferſtift Hohenfurth erhebt, mit⸗ ten in dem von Urochſen und Wölfen durchſtreiften Forſte ein kleines Kirchlein, zu welchem die chriſt⸗ lichen Einwohner der Umgebung, und unter ihnen auch der böhmiſche Reichsmarſchall Wok L aus dem berühmten Geſchlechte der Herren Urſini, ſpäter Ro⸗ ſenberg genannt, von ſeiner noch jetzt beſtehenden, eine halbe Meile von dem Kirchlein entfernten Veſte Roſenberg zu wallfahrten, und hier ſein Gebet zu verrichten pflegte.
Ein Gelübde, dieſe Waldkapelle in Andacht zu beſuchen, ſoll nun, wie die Sage erzählt, eines Ta⸗


