Marktes gegenüber dem churfürſtlichen Schloſſe ſtand ein ſtattlicher Reiterofficier mit Federbaret und deut⸗ ſchem Schwerte, dem ein kleiner Parkwärter vergeb⸗ lich begreiflich zu machen ſuchte, daß dieſer Garten ein ausſchließliches Territorium der vornehmen Welt Berlins bilde, und nicht für Jedermann eröffnet ſei.
Der Reiterofficier lachte aber ob den abwehren⸗ den Bewegungen des Kleinen und meinte, in dieſer bewegten Zeit ſei es eben der Degen, der ſich überall Platz mache, und ſo ging er ohneweiters in den Gar⸗ ten, und verlor ſich bald in die künſtlichen Irrgänge aus lebendigen Baumwänden, bis er ſich ermüdet an einer Marmorſtatue des Kriegsgottes niederließ, ſein gedankenſchweres Haupt an dieſelbe lehnte, und den rührigen Fiſchlein zuſah, die vor ſeinen Augen in einem runden Behälter von rothem Marmor ſich ihres Lebens freuten, und munter hin und her ſchwammen.
Jetzt ſetzte er ſich müde auf die nahe Raſenbank und zog ein kleines Buch unter ſeinem Koller hervor, in welchem er zu leſen begann.
Das Plätſchern des Waſſerbaſſins, und die ſpie⸗ lenden Weſtlüfte zauberten allmälig einen ſanften Schlummer auf das Auge des Müden; das Büchlein entſank ſeiner Hand, und er lehnte ſanft träumend in


