Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

236

Von dem friſchen Grabe ſeiner gefundenen und wieder verlornen Jugendgeliebten eilte er nach Kloſter Schlögl, um ſeinen alten Vater in die Heimats⸗ gefilde nach Neuhofen zu geleiten.*)

Ach, der Platz war noch der alte, aber faſt kein Stein lag mehr auf dem andern, ſo ſehr hatte der Sturm des Bauernkrieges in dieſer Gegend gewüthet.

Voater und Sohn Derfflinger küßten mit heißen Thränen den Boden, auf dem ſie einſt als arme Aus⸗ wanderer geweint hatten, und der Alte begoß mit ſeinen letzten Thränen den tief eingeſun fenen Gra⸗ beshügel ſeines vorangegangenen Weibes, neben

*) Neuhofen, ein Markt und Pfarrort am Kremsfluſſe im Traunviertl Oberöſterreichs; nach Cluver ſtand dort die römiſche Stadt Vetonia. König Arnulf ſchenkte anno 888 dem Kloſter Kremsmünſter ein Landgut Newanhofa, welches wahrſcheinlich das benannte Neuhofen, Derfflin⸗ ger's Geburtsort war; in einer alten Karte, zwiſchen dem 8. und 12. Jahrhundert herrührend, kommt Niunhowa vor. Am 30. Juli 1626 kamen unter Willinger's Anführung die ſchwarzen Bauern(on ihrer ſchwarzen Tracht an der bahriſchen Grenze ſo benannt) von Steyr nach Neu⸗ hofen; der kaiſ. General Löbell ſchlug ſie aber zurück; am 21. Decemb. 1800 campirte dort der franzöſiſche Ge⸗

neral Decaen.